Neue Platte von Inner Terrestrials

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Lange mussten wir drauf warten, nun ist sie draussen – „Tales of Terror“, das neue Album der Inner Terrestrials aus London. Inner Terrestrials sind die Vorzeigeband des aktuellen UK Anarchy Dub Punk Sounds, der ja immer recht gross auf der Insel war (Radical Dance Faction, Culture Shock, Back To The Planet, Scum Of Toytown, Citizen Fish, P.A.I.N., The AK47s,..). Inner Terrestrials mixen Dub, Ska, Reggae und ein wenig Folk (Sänger J hat auch ein neues Folk-Projekt: Firepit collective, eine erste Live-CD ist bei ihnen zu ordern…) mit Punk und politischen Texten, z.B. über die Zerstörung der Erde durch den Menschen/den Kapitalismus und über Tierrechte oder das Squatten (Häuser besetzen).
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Es war 1996 als Sänger & Gitarrist J, Bassist Fran und Schlagzeuger Paco (von Conflict) ihr selbst veröffentlichtes Debut-Album „IT!“ rausbrachten. Mit „Escape From New Cross“ folgte 1997 ein Live-Album, 1999 die „Enter The Dragon“ EP und die Barry Horne Single im Jahr 2002. Nach der genialen Clash Cover Single „Guns Of Brixton“ erschien 2004 das Studio-Album „X“ (Mass Prod/Maloka).

Am 31. März spielen Inner Terrestrials in Berlin in der Köpi….

www.innerterrestrials.org.uk

Neues von Ruts DC

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Ruts DC war die Nachfolgegruppe der legendären Ruts, einer der wichtigsten Punkbands aller Zeiten. Die Ruts waren einer der ersten Punkbands, die den Reggae und den Dub mit in ihren Sound verarbeiteten. Hits wie „Jah war“, „Babylon´s Burning“, „Something that i said“ dürften in keiner Sammlung fehlen…
Die Ruts wurden von vier Schulfreunden im Westen Londons gegründet. Malcolm Owen übernahm den Gesang, Paul Fox spielte Gitarre, John Jennings den Bass und Dave Ruffy saß am Schlagzeug. Die Band war in der Graswurzelbewegung gegen die rechtsextreme British National Front involviert und trat bei zahlreichen Musikveranstaltungen unter dem Motto Rock Against Racism auf.
Nach einem erfolgreichen Album („The Crack“) verstarb leider sehr früh Sänger Malcolm Owen an einer Überdosis Heroin, woraufhin die Band ihrem Namen ein DC zufügte, die Abkürzung für Da Capo – „von Beginn an“. Paul Fox hatte den Gesang übernommen und der Keyboarder und Saxophonist Gary Barnacle stieg in die Formation ein. Die beiden folgenden Alben „Animal Now“ und „Rhythm Collision Vol. 1″ waren weniger erfolgreich, und die Band löste sich 1983 auf. War „Animal Now“ noch recht rockig, war „Rhythm Collision Vol. 1″ – bei einer Zusammenarbeit mit Dub-Legende Mad Professor vielleicht auch nicht anders zu erwarten – eine auschliessliche Dub-Scheibe mit Punk-Rock Wurzeln geworden. Nun erscheint „Rhythm Collision Vol. 2″, 33 Jahre nach Erscheinen von Vol. 1. Wieder trafen Ruts DC dafür Mad Professor – nur Ruts DC waren wieder um eine Person geschrumpft. Wieder traf es den Sänger – Paul Fox war 2007 verstorben…
Auf www.theruts.co.uk ist ein neuer Song – das tolle „Mighty Soldier“ vorab zu hören…

Surrender

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Surrender ist eine Peace Punk Band aus Oakland/Berkeley, Californien. 2005 gegründet haben sie 2009 Europea betourt und insgesamt ein Demo Tape, zwei 7″ EPs, eine Split EP mit Acts of Sedition, eine Live-Cassette sowie eine LP co-released mit Thrillhouse Records und Ende letzten Jahres dann noch eine Split EP mit den genialen 1981 aus Finnland herausgebracht. Surrender erinnern manchmal an Autonomy oder an Crass, zweistimmiger (male/female) Gesang, der oft eher eindringlich gesprochen daherkommt – was auch an frühe Chumbawamba erinnert. Nicht durchgängig der wütende Punk, sondern eher etwas melodiöser oder gar emotionaler, die grossartigen 1905 kommen mir noch in den Sinn. Wem die alte Lookout-Band Crimpshrine noch was sagt – hier ist/sind wohl ex Mitglieder dabei…Tipp!!

Hier könnt ihr euch die bisher auf Vinyl erhältliche Discographie runterladen.

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ein Textbeispiel von Surrender
DUTY HONOR PRIDE (von der „There Is No War“ EP (La Vida Es Un Mus) 2009)
there’s no war/there’s no war/there’s no war worth my love for you/ there’s no war/there’s no war/there’s no war that leads to peace or truth// from well fed mouths flutter moths and lies/they say it’s duty, it’s honor, it’s pride/but all you can really do is close your eyes/ while other people’s children lay down to die/and despite all my desperate cries/i can’t seem to uncloud your eyes/can’t i make you see?// there’s no war/there’s no war/there’s no war worth my love for you/ there’s no war/there’s no war/there’s no war that leads to peace or truth// there’s no war/to defend our freedom/there’s no war/to keep us safe/there’s no war/righteous or justified/there’s no war/worth your life or mine/ there’s no war that leads to anything but hate//

lastwhiteflag.org

Neue Bücher von bzw über Mumia Abu-Jamal

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Im Unrast Verlag erscheinen in Kürze zwei neue Bücher, die sich mit dem Fall des politischen & momentan nicht mehr in der Todeszelle einsitzenden Gefangenen Mumia Abu-Jamal befassen. „We Want Freedom – Ein Leben in der Black Panther Party“ ist eine von ihm selbst verfasste Abhandlung über seine Zeit bei der Black Panther Party, wohingegen sich Kyrylo Tkachenko in „Der Fall Mumia Abu Jamal – Rassismus, strafender Staat und die US-Gefängnisindustrie“ seinem Fall und deren repressiven Hintergründen widmet.

„We Want Freedom – Ein Leben in der Black Panther Party“ (Mumia Abu-Jamal)
Mumia Abu-Jamal, der als Jugendlicher selbst Teil dieser revolutionären Bewegung war, schreibt 2003-2004 aus seiner Zelle im Todestrakt heraus seine lebendigen und anregenden Erinnerung an seine Zeit in der Black Panther Party auf.

Dabei beleuchtet er die Geschichte von schwarzen Menschen in den USA seit der Sklavenhalterzeit bis heute, erklärt die Entstehung, die Ausrichtung und das Wirken der Partei, den Personenkult um den Mitbegründer Huey P. Newton, die staatliche Repression in Form des Aufstandsbekämpfungs-Programms COINTELPRO des FBI gegen die Bewegung, aber auch die Situation der Frauen in der Partei, das ganz normale und unspektakuläre Alltagsleben eines Panthers und den Zerfall, bis hin zum Erbe der Partei. Anders als in vielen bisherigen Publikationen zum Thema schreibt hier nicht nur ein Beobachter, sondern ein ehemaliges Mitglied mit seinen Innenansichten über diese kämpferische, lebendige, konfliktreiche und einflussreiche Bewegung. Erneut kombiniert er subjektives Erleben mit objektiver Kritik – er war als Jugendlicher ein begeistertes Mitglied der aufstrebenden Party, sie war für ihn Aufbruch und Abenteuer, Freiheit und Verpflichtung. Er liebte seinen Mentor und Ersatzvater Reggie Schell, er nahm seine revolutionären Aufgaben ernst – und er monierte autoritäre Strukturen und ideologische Fehler. Er schafft es, dem Leser die Geschichte der Sklaverei in kurzer Zeit näher zu bringen und aufzuzeigen, was sie auch heute noch für das Leben von Schwarzen in den USA bedeutet. Ergreifend sind die Passagen über die Qual und Tyrannei, die Demütigung und versuchte Entmenschlichung der schwarzen Sklaven – und Sklavinnen. Allerdings bringt er die LeserInnen auch zum Schmunzeln, wenn er über seine eigenen Erfahrungen schreibt, z.B. mit welchen Problemen er sich als Jugendlicher bei der Gründung der BPP-Gruppe in Philadelphia herumschlagen musste. In Ton und Inhalt abwechslungsreich, informativ, dramatisch, lustig und spannend.

mumiabuch

„Der Fall Mumia Abu Jamal – Rassismus, strafender Staat und die US-Gefängnisindustrie“ (Kyrylo Tkachenko)

Ausgehend vom Fall des politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal behandelt das Buch die Entwicklung des monströsen US-amerikanischen strafenden Staates, in deren Zuge die Zahl der Gefängnisinsassen des Landes beinahe die Grenze von zweieinhalb Millionen Menschen erreichte. So wurde das US-amerikanische Strafvollzugsystem zum größten der Welt. Die Erörterung dieser Entwicklung zeigt unmissverständlich die entscheidende Rolle der Gefängnisse für die Etablierung des neoliberalen Staates in den USA.

Insbesondere wird die Aufmerksamkeit dem Zusammenhang zwischen dem Inhaftierungswahn und dem Abbau des sozialen Staates gewidmet. Außerdem wird die ausschlaggebende Rolle, die die Ausnutzung des rassistischen Ressentiments durch Medien und Politiker dabei gespielt hat, deutlich. Im Anschluss weist der Autor anhand der Auseinandersetzung mit den sozio-ökonomischen Ergebnissen der neoliberalen Wende nach, dass keineswegs nur »Sozialschmarotzer« bzw. »Kriminelle«, sondern die ganze Gesellschaft im Zuge der neoliberalen Wende betroffen wurde. Daraus wird klar, dass die einzigen tatsächlichen »Gewinner« zu einer dünnen und ohnehin reichen Oberschicht gehören. Abschließend wird auf gangster rap, die Kunst aus den kriminalisierten schwarzen Ghettos, eingegangen. Dabei nimmt Tkachenko die engen Zusammenhänge zwischen sozialen Veränderungen und kulturellen Formen unter die Lupe.

NEMESIS (ネメシス) – 慟哭 (Dou-Koku) 7″

nemesis
Nemesis kommen aus Fukuoka, Japan, und haben hier mit „Dou-Koku“ ihre erste Scheibe vorgelegt, nachdem 2010 bereits 3 Songs von ihnen auf der Twisted Generation Attack CD Compilation auf Spread Imagination Records zu hören waren. 4 kurze Attacken, die sofort zünden, Hardcore-Punk, wie er sein sollte – rauh, ungestüm, chaotisch, derb, rasend schnell – klingt wie aus den 80ern…Eine Platte, die einem/r sofort ein Grinsen ins Gesicht treibt…so nach dem Motto „yeah, so muss das sein/so war das früher“…
Split Release von Flower Of Carnage, Ratbone and Solar Funeral.

Single ist wohl bereits ausverkauft, also hier als download

Estricalla – Fuegos olímpicos

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Estricalla ist die aktuelle Band von Fernando Sapo, ex Sänger der aus Zaragoza stammenden legendären Hardcore-Combo El Corazón del Sapo (1991-2000) und von Kuraia, nicht minder legendäre Punk-Rock Band (2001-2006) aus dem Baskenland (zu der Zeit zog Fernando nach Irun), genauer gesagt ist Estricalla die Band von Fernando Sapo und Leuten von Kloakao.
estricalla flyer
„Fuegos olímpicos“ ist nach „Gimnasia Revolucionaria“ (10″ mit 6 Songs von 2009) die bereits zweite Scheibe, jedoch ist „Olympische Feuer“ auch nur eine 10″ mit 6 Songs plus Intro. Selbst herausgebracht (Stop Control Antirecords) und aufgenommen in den Fidelenea Studios in Zarautz von Mikel Kazalis (Negu Gorriak, Anestesia…) ist „Fuegos olímpicos“ ein kleines Feuerwerk, das ebenso schnell wieder zu Ende ist, wie es angefangen hat. Etwas mehr als 14 Minuten rasend schneller Hardcore Punk mit wütendem Gesang und politischen Texten gegen Kapitalismus und über den kommenden Aufstand („La insurrecion que viene“). Auch „Si tienes el poder, nuestra respuesta es venganza“ („Wenn du die Macht hast, ist unsere Antwort Rache“) spricht klare Bände; teils auf baskisch, teils mit Texten auf castellano. DIY-Punk at it´s best!
estri

Anima Mundi

anima mundi
Die bisher einzige Platte des Anarcho-Punk Kollektivs Anima Mundi aus Los Angeles erschien 2007 auf Mortarhate Records. Anima Mundi haben einen Peace-Punk beeinflussten, recht metallischen Sound, der zeitweise an Motörhead („pit of despair“), an anderen Stellen an Conflict oder Dirt erinnert.
Los geht die Platte gleich ziemlich episch, „This is not“ klingt wie ein Manifest oder ein Crass Song von der „Best Before“, bevor wir dann mit „Pit of despair“ überrollt werden. Stürmisch geht es weiter, 10 weitere Songs mit klasse zweistimmigem Gesang (m/w) und hochpolitischen Texten, hier zwei Beispiele…

This is not:
This is not the lie that you‘ve swallowed
This is not for you to consume
This is not the world that we wanted
This is not the worst yet to come
This is not a replacement for action
This is not a woman’s place
This is not a matter of opinion
This is not the good old days
This is not wishful thinking
This is not a waste of time
This is not adolescent rebellion
This is not an ephemeral anodyne

This is not a more perfect union
This is not about national pride
This is not what’s best for the masses
This is not for the sake of mankind
This is not the twilight’s last gleaming
This is not the rocket’s red glare
This is not the four minute warning
This is not the bombs bursting in air
This is not the land of the free
This is not the way it is supposed to be
This is not the lies you see on TV
This is not the Great American Dream

This is…

Anima Mundi:
A prison culture
Built on distraction
With status built on wealth
And material gain

Watch the world on a screen
It’s the american dream
While corporations profit
Other nations pay

It’s a passive deception
In the mirror’s reflection
Sold the image of „truth“
That they want you to see

It’s all based on confusion
Media-made illusion
And it’s nothing to do
With what it is to be free

One tribe gathers together
To move beyond all this pain and sorrow
One tribe now and forever
As we rise up to build our own tomorrow

A prison culture
Built on distraction
With status built on faith
And a fortune to spare

Watch the man on the screen
Tell you what’s pure or obscene
In self-righteous judgment
And donations to bear

It’s an ongoing trial
Of deceit and denial
In well-crafted defense
Of the words made of stone

So where’s your shepherd/your master?
You‘ve been put out to pasture
Left to die on the cross
That you bore all alone

Take a look at our world
Take a look at your life
Do you help or hinder?

To value love and trust
To leave the past in the dust
To live in peace from birth
To love and tend to the earth
To color outside the lines
To live with open minds
To live in equality
To set the animals free
To stop the gluttonous waste
To give the others a taste
To reclaim what is ours
To cut through prison bars
To come together and faction
To take direct action
To live so wild and free
To live like you and me
anima
Dank des genialen anti-commerce-Blogs gibt es Anima Mundi als download zum Auschecken. Wenn die Platte gefällt, spread the word, brenne sie anderen, die sie noch nicht kennen oder kauf das Album…
ani
animam

Criatura

criatura
„Trampas“ heisst das neue, inzwischen dritte komplett eigene (neben diversen Split-Scheiben) Full-Length Album von Criatura aus Zaragoza. „Trampas“ ist ein Split-Release der drei Labels Tofu Guerrilla, Mala Raza und Go! Mongo Records und wird von der Band selbst umsonst auf der Plattform Jamendo angeboten – hier gehts zum download (dort auf „descargar“ (runterladen) klicken…).
Criatura machen politischen powervollen und rockigen Hardcore mit Melodie, Emotion, Wut und zweistimmigem Gesang (m/w). Der Opener „Ver, Oir, Callar“ ist der Hit, unbedingt anhören…

Neues Album von Berri Txarrak!

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Baskenlands finest in Hardcore – Berri Txarrak – melden sich zurück. Trotz mittlerweile 2/3 Umbesetzungen (neuer Drummer und Bassist) klingen Berri Txarrak immer noch nach Berri Txarrak, „Haria“ ist ein solides siebtes Album mit 12 rockigen Hardcore-Songs mit Emo-Kante und Metal-Einflüssen, wütenden Melodien und kompromisslosen Texten auf baskisch, vorgetragen von Sänger & Gitarrist Gorka. Berri Txarrak sind im Baskenland ne grosse Nummer, doch auch weltweit erspielte sich das 1994 gegründete Trio mit ihren mitressenden Konzerten bereits grosse Fangemeinden, u.a. in den USA, Mexiko, Nicaragua, Japan und Taiwan.

Indian Dream

orca
Indian Dream war eine unglaublich gute und leider viel zu unbekannte Band aus der UK-Anarcho-Punk/DIY-Szene der späten 80er und frühen 90er Jahre, die eine LP, zwei 7 inches und einige Samplerbeiträge (z.B. „Bonds of Friendship“ EP und „Wild & Crazy „Noise Merchants“… …Invade A City Near You: Worst Of The 1 In 12 Club Vol.9/10″ Doppel-LP) vorweisen können. Die LP „Orca“ erschien 1989 auf Xingu Records und besticht durch 8 wunderschöne Songs, getragen von der Stimme der Sängerin, wunderschönen Melodien, die trotz der poppigen Anleihen vornehmlich ziemlich melancholisch daherkommen; passend dazu mit persönlich-politischen Texten. Indian Dream sind in eine Schublade zu stecken mit Political Asylum, Thatcher On Acid, Internal Autonomy, The Mob oder Sofa Head. Eine grossartige Scheibe, die sich gerade beim mehrmaligen Hören entfaltet.
Dank an den tollen twisted-tracks.blogspot für den Tipp und den Upload, den es auch hier (sogar inklusive der „Bonds of Friendship“ EP) gibt.